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Portrait der Inhaber - gemeinsam stark

Diesmal erscheint Leif Ginap, Geschäftsführer von Betten Struve, allein zu dem verabredeten Treffen. Sein Bruder Ole, der gerade zum zweiten Mal Vater geworden ist, ist bei dem Gespräch im zweiten Stock des Bettenfachgeschäfts nicht dabei. Dass er fehlt, ist zu merken. Zu sehr ist man als Gesprächspartner daran gewöhnt, dass beide Brüder umgeben von Bettgestellen und Matratzen geduldig auf die Fragen zum Unternehmen, seiner Geschichte und zu dem, was es einzigartig macht, eingehen. Dann beginnt das Gespräch meistens Leif Ginap. Vielleicht, weil er der Ältere ist.

Erstaunliches Fachwissen

Ole Ginap

Ole Ginap

Fachkundig und detailreich wissen beide zu berichten. Sei es nun über verschiedene Baumwollarten oder zu der Frage, wie bei Kinderbekleidung allein durch die mechanische Verarbeitung von hochwertigem Material ein Lichtschutzfaktor von 50 erreicht werden kann und warum es bei der Suche nach der richtigen Matratze nicht um gute oder schlechte geht, sondern um die Person, die darauf liegen soll. „Kein Beratungsgespräch verläuft wie das andere“, sagt Ole Ginap. Vor allem beim Matratzenkauf komme es seitens des Verkäufers darauf an, dem Kunden die richtigen Fragen zu stellen.

Erstaunlich viel Wissen rufen die Brüder ab: über viskoelastische Matratzen, über Hersteller von Einziehdecken, die die Merinowolle nur in der Schweiz kaufen und in Deutschland verarbeiten, über Knieplaids, die mancher nur noch von seiner Oma kennt, über die Wirkung der Länge der Baumwollfasern auf die Qualität von Handtüchern, über die Saugfähigkeit von Geschirrtüchern, die halb aus Leinen sind…

Heute berichtet Leif Ginap über wichtige Etappen und Ereignisse, aber auch über Amüsantes aus der bewegten Firmengeschichte des Bettenfachgeschäfts, die 1905 mit der Gründung durch Uropa Hans Struve begann. Hundert Jahre später oder genauer seit 2006 liegen die Geschicke von Betten Struve in den Händen der Brüder. Leif Ginap, ebenfalls Vater von zwei Kindern, ist Geschäftsführer, Ole Ginap Prokurist. Sie sind ein Gespann, verschieden ja, nicht zu harmonisch, aber auch kein völlig ungleiches Paar. Sie ergänzen sich.

Zeit der Probe

»Was wir machen, das machen wir mit Herzblut.«

Sagt Ole Ginap über sich und seinen Bruder. Und strategische Entscheidungen, wie der große Umbau der Geschäftsräume in der Königstraße oder die klare Ausrichtung des Sortiments auf hochwertige Produkte, würden gemeinsam getroffen. Funktion hin oder her. Auch Entscheidungen darüber werden gemeinsam gefällt, welche kulturellen Projekte, wie beispielsweise die Skandinavische Filmreihe, gefördert oder in die Geschäftsräume geholt werden, wie die Impro-Show im Oktober 2010. Bei solchen Entscheidungen wird das geschäftliche Kalkül von der Lust überlagert, selbst mit dabei zu sein. Sonst fehlt den Brüdern für die Kultur meist die Zeit.

Ein (Arbeits-)Verhältnis wie das zwischen Leif und Ole Ginap ist nicht selbstverständlich, nicht zwischen Geschäftspartnern und schon gar nicht zwischen Brüdern. 2005, nach seinem Studium an der Fachakademie für Textil & Schuh in Nagold, bat sich Ole Ginap denn auch eine Zeit der Probe aus. Bevor er wieder bei Betten Struve einsteige, habe er herausfinden wollen, ob die Zusammenarbeit mit seinem Bruder wirklich funktioniert, erzählt Ole Ginap bei einer anderen Gelegenheit. Sein Bruder war bereits seit 1999 bei Betten Struve – als Prokurist an der Seite des Vaters. Zuvor hat Leif Ginap seinen Betriebswirt (BA) an der Berufsakademie des Einzelhandels in Springe gemacht und in dieser Zeit praktische Erfahrungen bei Betten Huntenburg in Hamburg sammeln können. Die Zusammenarbeit auf Probe mit Ole ist gut verlaufen.

»Wir denken sehr ähnlich.«

Nicht immer war Ole Ginap mit dem einverstanden, was ein Arbeitgeber seinen Mitarbeitern zu bieten hat. Nach dem Studium nutzte er die Gelegenheit, ein großes Warenhaus in Süddeutschland kennenzulernen. Insgesamt zweieinhalb Jahre hat Ole Ginap dort gearbeitet und währenddessen eine einjährige Ausbildung zum Abteilungsleiter absolviert. Länger wollte er sich nicht an das Unternehmen binden.

Zu sehr hätten die Mitarbeiter unter Konkurrenzdruck gestanden und sich um ihren Arbeitsplatz Sorgen gemacht. „Persönliche Beziehungen konnten sich nur schwer entwickeln“, sagt Ole Ginap. Bei Betten Struve soll das anders sein und der einzelne Mitarbeiter mit seinen Bedürfnissen soll in der Geschäftsführung einen Ansprechpartner finden können.

Wie die Arbeitskultur und das Arbeitsklima bei Betten Struve gestaltet werden, hat Ole Ginap nun selbst mit in der Hand. Für die Personalarbeit ist er zuständig, auch fürs Marketing. Und im Verkauf packt er selbst mit an.

»Da will ich mit dabei sein.«

Sagt Ole Ginap. Verkauft habe er nach seiner Lehre in einem Bettenfachgeschäft in Hamburg und vor dem Studium schon einmal bei Betten Struve. Und das solle auch weiterhin so bleiben. Leif Ginap analysiert die Zahlen der Firma und kümmert sich um die Warenwirtschaft und den Einkauf. Doch trotz der unterschiedlichen Aufgaben sagt Leif Ginap am Ende seiner Schilderungen der Geschichte von Betten Struve über sich und seinen Bruder: Wir sind ein gutes Team.