Betten Struve | Daunendecke erklärt Teil 2

Daunendecke erklärt – zweiter Teil

Füllmengen und Gewichte – worauf es bei Daunendecken ankommt

Die Ente trägt immer gleich viele Daunen und Federn an ihrem Körper, ganz gleich, welchen Temperaturen sie ausgesetzt ist. Bei Daunendecken gibt es verschiedene Füllgewichte und -mengen. Das hat zwei verschiedene Gründe:

Zum einen liegt es daran, dass man das Aufplustern der Daunen in Bettdecken nicht steuern kann. Das bedeutet, dass für jede unterschiedliche Wärmestufe oder -klasse verschiedene Füllgewichte benötigt werden. Soll ein Bett warm sein, braucht man mehr Füllung, soll eine Bett sommerleicht sein, braucht man weniger Daunen. Wärmestufen oder Wärmeklassen sind nicht normiert. Jeder Hersteller hat nach eigenem Ermessen ein System aus Punkten, Sternen oder anderen Symbolen entwickelt. Diese Systeme sollen als Orientierung für den Endverbraucher dienen, sind aber untereinander nicht wirklich vergleichbar.

Die Menge der Daunen in der Decke

Diese schwierige bzw. unmögliche Vergleichbarkeit hat vor allem mit dem zweiten Aspekt, der Daunenmenge zu tun: Wie schon erwähnt füllt man, um verschieden warme Daunendecken zu bekommen, die Kammern mit unterschiedlichen Mengen. Das reicht von 150 Gramm (bei einer Deckengröße von 135 x 200 cm) für eine superleichte Sommerdaunendecke bis zu zwei bis zweieinhalb Kilogramm für ein Oberbett/Ballonbett wie zu Großmutters Zeiten. Der Rückschluss „Je schwerer die Decke, desto wärmer ist sie.“ ist allerdings falsch.

Sowohl Enten als auch Gänse „produzieren“ Daunen und Federn in unterschiedlichen Größen. Die Gans hat in der Regel die größeren Daunen und Federn, da sie größer ist als die Ente. Jedes Tier stellt aber für sich bereits sehr verschiedene Größen her. Einfluss auf das Wachstum haben die Ernährung, die Art der Haltung und nicht zuletzt die Lebensdauer bis zur Schlachtung.

Nach dem Rupfen (oder Raufen) werden die Federn und Daunen mit Heißdampf bei ca. 120 Grad Celsius gewaschen und dann sortiert. In sogenannten Sortierkammern werden die Federn von den Daunen getrennt und nach Größe geordnet. Größe bedeutet in diesem Fall Qualität, denn größer ist besser und wärmer.

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Normen und Klassen bei Daunen und Federn

Nun folgt die Klassifizierung: Je nachdem, welche Füllqualität gewünscht ist, wird aus den einzelnen sortierten Qualitäten die entsprechende Mischung hergestellt. Die EU-Norm EN 12934 unterteilt die verschiedenen Qualitäten allerdings nur sehr grob. Das heißt, die Norm definiert Tierart und Herkunft (vom Tier oder schon gebraucht), allerdings wird die Daunengröße nicht berücksichtigt. Es wird bei der späteren Kennzeichnung nur erwähnt, dass es Daunen und/oder Federn sind. Handelt es sich um Mischungen, werden die Mischverhältnisse in Prozent auf Basis des Gewichtes angegeben. 100 Gramm Daunen und 100 Gramm Federn entsprechen 50% Daunen und 50% Federn. Die noch geläufige RAL-Norm allerdings basiert nicht auf dem Gewicht, sondern auf dem Volumen der Füllung. Das heißt, eine „Halbdaunenmischung“ entspricht im Volumen 50% Daunen und 50% Federn, auf das Gewicht der Füllung bezogen entspricht das 85% Federn und 15% Daunen. Wenn auf dem Etikett 50% Daunen 50% Federn steht, handelt es sich somit nicht um eine echte Halbdaune. Auch eine „Dreivierteldaune“ nach RAL ist nicht 70% Daune, 30% Feder, sondern genau andersherum – 70% Federn und 30% Daune. Diese Angaben allein beschreiben aber nur das jeweilige Verhältnis und sagen nichts über die Qualität der verwendeten Dauen und Federn aus. Es gibt daher also zum Beispiel „Dreivierteldaunenkissen “ in verschiedensten Qualitäten.

Wie werden die Qualitäten unterschieden?

Mit der EU-Norm wäre es nicht möglich, die vielen unterschiedlichen Daunenqualitäten halbwegs seriös einzuteilen, um Einkäufern, Fabrikanten und Handelsgeschäften eine vergleichbare Basis zu schaffen. Die Qualität lässt sich am besten nach der sogenannten „Füllkraft“ beurteilen.

Die Bestimmung der Füllkraft

Diese wird in Millimetern angegeben – zum Beispiel 135 mm, 180 mm oder 195 mm usw.
Doch welche Millimeter werden da gemessen? Um diese Füllkraft zu bestimmen, wird eine definierte Menge Daunen in eine Röhre gesteckt, die senkrecht steht. Dann wird ein bestimmtes Gewicht in die Röhre fallengelassen. Am Rand der Röhre kann man dann in Millimetern ablesen, wieviel „Kraft“ die Daune hat und wie viele Millimeter über dem Röhrenboden das Prüfgewicht „fliegt“. Je mehr Millimeter abgelesen werden, desto höher ist die Füllkraft und umso höher ist die Daunenqualität.

Was sagt die Herkunft der Daunen und Federn über die Qualität aus?

Zu guter Letzt mag dem geneigten Leser aufgefallen sein, dass ich in keinem Fall von der Provenienz, also Herkunft (Herkunftsland) als Rückschluss für die Qualität gesprochen habe. Das liegt daran, dass diese Herkunft schlicht keinen Einfluss auf die Qualität hat. Viele Bezeichnungen sind eher als Marketing zu betrachten, weniger als ernst gemeinte Herkunftsbezeichnung.

Die Qualität einer Daune wird immer durch die Füllkraft bestimmt – je höher sie ist, desto besser. Die Füllkraft wird von der Größe und der Härchendichte beeinflusst. Auch hier gilt: je mehr, desto besser.

Dementsprechend haben die besten Daunendecken die (je nach Wärmeklasse) geringsten Gewichte, höchste Anschmiegsamkeit und natürlich auch die beste Haltbarkeit. Die Königin der Daunen bleibt unangefochten die Eiderdaune.

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